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KONZEPTION DER BILINGUALEN KINDERTAGESSTÄTTE


INHALTSVERZEICHNIS

 

1          Einleitung

 1.1      Informationen zur Geschichte der Einrichtung

1.2       Wissenschaftlicher Hintergrund

1.3       Gründe für die Wahl der Zweitsprache

 2        Gesetzliche Grundlagen

2.1       Finanzierung

2.2      Leitgedanke / Eckpunkte

 3        Rahmenbedingungen

 3.1         Umfeldanalyse / Standort der Kindertagesstätte         

3.2         Personalstruktur

3.3         Gruppenstruktur

3.4         Außenspielbereich

3.5         Qualität der Mahlzeiten

 4           Ziele der pädagogischen Arbeit

 4.1         Didaktik und Pädagogik des Bilingualen Aspekts

4.2         Spezielle pädagogische Orientierung   

 5           Inhalte der pädagogischen Arbeit

 5.1         Eingewöhnung

5.2         Bildungsbereiche

5.3         Spiel als Haupttätigkeit des Kindes

5.4         Übergänge

5.5         Rechte der Kinder

5.6         Kinderschutz

 6           Formen der Zusammenarbeit

 6.1         Die Elterninitiative im Kindergarten

6.2         Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

7           Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

1       Einleitung

 

1.1    Informationen zur Geschichte der Einrichtung

 

Die Kindertagesstätte „Au clair de la lune“ befindet sich in privater Trägerschaft.

Der Träger der Einrichtung ist der Träger – und Förderverein „AU CLAIR DE LA LUNE e.V.“, welcher sich im Jahr 2001 aus einer Elterninitiative gründete.

Die Kita wurde am 01.September 2002 in der Kita Oststr.1 eröffnet.

2005 erfolgte der Umzug in die Bandwirkertr.17, um den Wunsch einer zentralen Lage mit guter verkehrstechnischer Anbindung sowie ausreichender eigener Freifläche gerecht zu werden.

Durch eine Kapazitätserweiterung im Mai 2011 konnten wir der großen Nachfrage von Eltern gerecht werden und eröffneten eine Gruppe mit sechs einjährigen Kindern. Diese Gruppe ist mittlerweile auf eine Größe von 12 Kindern aufgestockt wurden.

 

1.2    wissenschaftlicher Hintergrund zur MehrsprachigkeitW

     

Je nachdem, was man unter „Sprache“ versteht, meint man mit Mehrsprachigkeit etwas anderes.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird anstelle von Mehrsprachigkeit häufig der Begriff Zweisprachigkeit/Bilingualismus verwendet. Mit Zweisprachigkeit oder Bilingualismus ist gemeint, dass zwei Sprachen zur gleichen Zeit erworben  werden, d.h. das Kind lernt die Laute, Wörter und die Grammatik von mindestens zwei unterschiedlichen Sprachen parallel. Dies bedeutet, dass sich die beiden Sprachen auf Grund der Laute, des Wortschatzes und der Grammatik, aber auch auf Grund ihrer Geschichte und ihres sozio-kulturellen Hintergrundes unterscheiden lassen.

 

Zur Geburt hat ein Kind das Potential für alle nur denkbaren Sprachen dieser Welt und die Sensibilität, alle Laute zu differenzieren und sie selbst nachzubilden. Mit zunehmendem Alter, während das Kind nur eine Sprache hört, wird sein Ohr selektiv, und es verliert die Fähigkeit der Reproduktion ungewohnter Laute. Eine einmal erreichte frühe Zweisprachigkeit hingegen erleichtert später erheblich den Erwerb weiterer Sprachen, denn es ist eine breite Basis an Lauten, Vokabelstämmen und Satzkonstruktionen vorhanden, auf die das Kind zurückgreifen kann.

 

1.3    Bedeutung der Zweitsprache

 

            Fremde und unbekannte Schallwellen treffen auf das Ohr des Kindes. Das      Kind lernt Laute und erste Worte aus dem „Schallwellensalat“ herauszufiltern.        Es experimentiert mit den neuen Worten und entwickelt eine eigene        Grammatik. Diese wird nach und nach verbessert und in eine Struktur         gebracht. Es lernt im frühen Alter die Zweitsprache im Wesentlichen wie die     Erstsprache, nämlich ungesteuert. Die Förderung geschieht unbewusst,           spielerisch und ganzheitlich.

 

2       Gesetzliche Grundlagen

 

2.1       Finanzierung

 

Die Finanzierung der laufenden Kosten der Kindertagesstätte regelt sich nach dem Kinderförderungsgesetz Sachsen-Anhalts gemäß §11. Damit setzt sich die Finanzierung aus den Pauschalen des Landes Sachsen-Anhalt, der Stadt Magdeburg, den Eltern, einem angemessenen Eigenanteil des Trägers und einem Betriebskostenzuschuss durch die Stadt zusammen.

Eltern zahlen Elternbeiträge, sowie an den Förderverein einen monatlichen Vereinsbeitrag zusätzlich zum Jahresmitgliedsbeitrag.

 

Neben den Vereinsbeiträgen und dem Eigenengagement der Eltern besteht die Arbeit des Träger- und des Fördervereins „AU CLAIR DE LA LUNE e.V. auch in der Organisation von zusätzlichen Förder- und Sponsorengeldern.

 

2.2       Leitgedanke / Eckpunkte

 

         Eckpunkte der Kita "au clair de la lune"

             1. Immersionsprinzip: Jeder spricht in seiner Muttersprache

 

            2. Vollwert-Essen: Kontrollierter Anbau/ keine Süßigkeiten

 

            3. Spielzeug: GS/TÜV/Schadstoffgeprüft

 

            4. Freiluftaufenthalt bei jedem Wetter: Gesundheit/Abhärtung

 

 

 3     Rahmenbedingungen

  3.1       Umfeldanalyse / Standort der Kindertageseinrichtung              

 

          Unsere Intentionen der zentralen Lage mit guter verkehrstechnischer     Anbindung sowie ausreichender eigener Freifläche werden hervorragend am           Standort Bandwirkerstraße/ Brückfeld erfüllt.

            Die KITA ist mit der Straßenbahnlinie 6 direkt zu erreichen.

            Vor dem Gebäude stehen auf der Straße Parkplätze zur Verfügung.

            Die Kinder profitieren von der nahen Lage zum Rotehornpark, Elbauenpark     und der unmittelbaren Gegenwart der Alten Elbe. Die Stadtmitte ist nur 2   Haltestellen entfernt, so dass auch Ausflüge, um die Stadt Magdeburg zu   entdecken, gern genutzt werden.

 

 3.2     Personalstruktur

             Die Kinder in der Kindertagesstätte „Au clair de la lune“ werden von vierzehn pädagogischen Fachkräften, einer Hauswirtschaftskraft und einem Hausmeister betreut.

Bei dem qualifizierten Fachpersonal (staatlich anerkannte Erzieher/innen, Sozialpädagogin) handelt es sich um deutsche und französische Muttersprachler.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter bringt sich als Person mit in die Arbeit ein und fühlt sich für das Ganze verantwortlich.

Voraussetzung für die Arbeit in der Kindertagesstätte „au clair de la lune“ ist die Sicht auf die Kinder, eine offene und verantwortungsvolle Teamarbeit, die entscheidend davon lebt, wie hilfsbereit, engagiert, selbstkritisch, solidarisch und offen die Mitarbeiter miteinander leben und lernen.

Der Betreuungsschlüssel richtet sich nach der Anzahl der Kinder, die in einer Gruppe sind und der Anzahl der Ganztags- und Halbtagskinder innerhalb der Einrichtung.

Die Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung besuchen qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungen und setzen sich mit aktuellen Neuerscheinungen der Fachliteratur auseinander.

 

Zur Gewährleistung des Eckpunktes: „Immersionsprinzip“, spricht

jeder Mitarbeiter / innen im gesamten Tagesablauf mit den Kindern in seiner / ihrer Sprache.

 

 3.3       Unsere Gruppen stellen sich vor

 

          Sternengruppe

 

Unsere jüngsten Kinder der Einrichtung sind in der Sternengruppe zu finden. Die maximal 15 Kinder zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr werden von zwei Erzieherinnen betreut.

 

Den Kindern steht ein großer Spiel-, Erfahrungs- und Erlebnisraum u.a. mit vielfältig kombinierbaren Bewegungselementen und ein separater Schlafraum zur Verfügung.

 

Alle Kinder dieser Gruppe erleben vom ersten Tag an eine individuelle  Eingewöhnung in enger Absprache mit den Eltern. Wir orientieren uns dabei am „Berliner Modell“. Eine erfolgreiche Eingewöhnung ist gekennzeichnet durch eine sichere Bindung zwischen dem Kind und den Erzieherinnnen.

 

Der gesamte Tagesablauf wird durch das Spiel bestimmt. Einen für die Kinder interessanten Erfahrungsbereich bieten unsere Poolprojekte, bei denen u.a. Bälle, Papier, Stoffe zum Experimentieren auffordern.

 

Durch die kindliche Neugier im Spiel erforschen unsere Kinder ihren eigenen Körper und ihr eigenes „ICH“. Dazu nutzen die Kinder z.B. den Ganzkörperspiegel.

 

Den Übergang in die nächstältere Krippengruppe wird durch gruppenübergreifendes Spielen im Innen- und Außenbereich erleichtert. Es ermöglicht den Kindern einen fließenden Übergang in die Mongruppe.

 

            Mondgruppe

 

In der Mondgruppe werden 18 Kinder im Alter vom 23. – 42. Lebensmonat von einer deutschen Erzieherin, einer französischen Erzieherin und einem Praktikanten betreut.

 

Der Gruppe stehen zwei große Erlebnisräume, ein Bad und eine Garderobe  zur Verfügung. Der erste Raum ist ausgestattet mit einer Puppenecke, Bauecke, Bewegungsecke und Abenteuerecke. Dieser Raum wird auch als Schlaf- und Ruheraum genutzt.

 

Im zweiten Raum befinden sich eine Experimentierecke, Bastel- und Malecke und ein Regal mit Puzzeln und Gesellschaftsspielen. Dieser Raum wird zur Mittags- und Vesperzeit genutzt. Er ist mit 3 Tischen und verschieden hohen Stühlen ausgestattet.

 

Die Mondgruppe ist eine altersgemischte Gruppe. Im Tagesablauf werden die Kinder individuell ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend abgeholt bzw. gefördert und gefordert. Im täglichen Morgenkreis wird mit den Kindern die Gruppensituation, Gruppenregeln, alltägliche Befindlichkeiten und der Tagesablauf besprochen.

 

Wolkengruppe

 

Derzeit befinden sich in der Wolkengruppe 10 Jungen und 10 Mädchen. Die Kinder werden von 3 Erzieherinnen und einem französischen Sprachassistenten begleitet.

 

Wenn die Kinder aus der Kinderkrippe in den Kindergarten wechseln, ist es wichtig, dass sie ihren Platz in der Gruppe finden. Sie lernen, wo sich ihr Schatzkästchen, der eigene Platz im Waschraum und Garderobe, ihr Bettzeug und ihre Matte usw. befinden.

 

Sie lernen mit der neuen Mittagssituation in der Kinderküche umzugehen. Sie lernen die neuen Räumlichkeiten kennen, die zu mehr Selbständigkeit befähigen.

 

Täglich laden wir die Kinder zum Morgenkreis ein. Durch regelmäßige Wiederholungen des Namens, des Alters, des Geburtstages usw. (mit stetigen Erweiterungen) lernen sie sich und die anderen Kinder der Gruppe näher kennen. Wir schaffen für die Kinder Rituale, die ihnen in den neuen Situationen Sicherheit geben.

 

Durch individuelle Methoden, die den verschiedenen kindlichen Bedürfnissen angepasst werden, vermitteln wir den Kindern Wertschätzung. Wir stärken die kindliche Persönlichkeit für alltägliche, lebenspraktische, als auch bildende Situationen bzw. Angebote.

 

            Sonnengruppe

 

In der Sonnengruppe befinden sich derzeit 23 Kinder. Diese setzen sich zusammen aus 15 Vorschülern und 8 „mittleren Gruppenkindern“. Begleitet werden die Kinder von 2 Erzieherinnen, 2 Praktikanten und 2 Sprachassistenten, die in unterschiedlichster Weise zur Verfügung stehen.

 

Der Gruppe steht ein großer Erlebnisraum zur Verfügung, in der eine Experimentierecke zum Experimentieren, eine Bauecke zum Konstruieren, eine Puppen- und Verkleidungsecke für Rollenspiele und ein großer Kreativbereich für künstlerisches Gestalten, einlädt. Weiterhin verfügt diese Gruppe über einen Spiel- und Leseraum, in dem die Kinder Gesellschaftsspiele spielen. Ferner befindet sich dort das Bücherregal mit verschiedenen Büchern, welche die aktuellen Themen der Gruppe aufgreifen.

 

In der Sonnengruppe gibt es immer ein Jahresprojekt. Dies wird von den Erzieherinnen individuell und in Absprache mit den Kindern gestaltet. Ein Projekt wächst immer an den Interessen und Erfahrungen der Kinder. Daher finden sie in unterschiedlicher Intension statt.

 

Weiterhin ist es uns wichtig, das Kind aktiv am Gruppengeschehen, der Gruppenarbeit und der Portfolioarbeit zu beteiligen. Partizipation spielt eine große Rolle. Daher geschieht nichts ohne Absprache mit den Kindern. So fördern wir gleichzeitig die Kommunikation und soziale Interaktion, die Schulvoraussetzung ist.

 

Im Vordergrund dieser Gruppe steht die Vorschularbeit. Hierzu wird mit den  Kindern ein Schulfähigkeitstest (nach dem KLIPPundKLAR – Konzept) durchgeführt, um die Stärken des einzelnen Kindes herauszufiltern. Dadurch haben wir die Möglichkeit, das einzelne Kind individuell zu fördern und zu unterstützen.

 

Voraussetzung für die Schulfähigkeit sind die vier Basiskompetenzen, emotionale, motorische, soziale und kognitive Kompetenz. Wir sind bestrebt, die Kinder bedürfnisorientiert zu begleiten und diese Kompetenzen zu fördern.

 

3.4       Außenspielbereich

 

            Die Kita verfügt über eine große Freifläche, die durch einen Zaun in zwei Hälften unterteilt ist.

            Auf der einen Hälfte befindet sich der Spielzeugschuppen, eine Wippe,

ein Spielhaus mit Rutsche und die Fußballtore. Außerdem wurden hier zwei Hochbeete und ein normales Beet für einen Lerngarten angelegt.

            Auf der anderen Seite können die Kinder mit Fahrzeugen fahren, schaukeln und in verschieden großen Sandkästen spielen. Für die älteren Kinder gibt es ein Spielhaus mit Hangel und Rutsche.

            Auf dem ganzen Gelände wachsen Hecken und Büsche, die zum Verstecken einladen sowie viele Bäume, die im Sommer Schatten spenden und für die Kinder den Wandel der Jahreszeiten sichtbar machen.

 

Zur Gewährleistung des Eckpunktes:“ Freiluftaufenthalt bei jedem Wetter“, bringt jedes Kind Regenbekleidung und Gummistiefel mit.

 

 3.5       Qualität der Mahlzeiten

 Es ist zusätzliches Anliegen der Elterninitiative, den Kindern eine vollwertige gesunde Ernährung zu garantieren. Damit folgt diese Kindertagesstätte dem Aufruf der Verbraucherschutzministerin Renate Künast, mehr Sensibilität für Qualität bei der Ernährung durchzusetzen.

Es besteht die Möglichkeit, ein gesundes Frühstück einzunehmen, welches vo jedem Kind eigenständig zusammengestellt wird, einzunehmen. Vormittags essen die Kinder Obst/Gemüse, welches je nach Alter und Gruppe von den Kindern mit zubereitet wird. Das Mittagessen wird in Anlehnung an die Maßstäbe der Vollwerternährung zubereitet.                                                                                          Nachmittags gibt es eine kleine Vespermahlzeit bestehend aus Müsli, Vollkornbrot oder Knäckebrot und Obst/Gemüse.

 

Zur Gewährleistung des Eckpunktes:“ Bio – Essen“, sind Süßwaren jeglicher Art aus der KiTa verbannt.

 

 

 4         Ziele der pädagogischen Arbeit

 4.1       Didaktik und Pädagogik des Bilingualen Aspekts

 

Das „Immersionsprinzip“, welches in unserer Kindertagesstätte angewandt wird, profitiert von der Unvoreingenommenheit, der Neugier und Wissbegierde der Kinder. „Immersion“ bedeutet hier, dass jede/r Erzieher/in nur in seiner / ihrer jeweiligen Muttersprache mit den Kindern spricht.

Die Kinder „begreifen“ die Zweitsprache unkompliziert und selbstverständlich durch Imitieren und situationsabhängiges Verstehen. Sie lernen, Sprache personenbezogen einzusetzen und hinterfragen nicht das Anderssein, sondern akzeptieren es.

Die Zweitsprache wird über unterschiedlichste Medien und Methoden vermittelt. Entscheidend ist die Entstehung von Interaktion. Einerseits wird mit traditionellen und manuellen Elementen gearbeitet: Lieder singen und diese rhythmisch von allen Kindern begleiten lassen, Gesellschaftsspiele oder Puppentheater spielen, Bücher gemeinsam anschauen. Andererseits bietet moderne audiovisuelle Technik ganz großartige Möglichkeiten zur Umsetzung eines bilingualen Konzeptes. Die Kinder „hören“ bewusst „zu“, wenn ihnen ein Lied von der CD vorgespielt wird. Sie hören und sehen und „begreifen“, indem sie einen Film in der Zweitsprache sehen. Sie erfahren sich selbst und können dieses „Experiment“ weitergeben (z.B. Austausch mit Partner-KITA in Frankreich), wenn sie selbst beim Sprechen, Spielen, Singen aufgenommen werden. Es soll ermöglicht werden, dass die Kinder übers Wochenende aus der gruppenübergreifenden Mediathek CD’s, Videos, DVD’s und Bücher ausleihen können.

Nicht zuletzt erschließt sich „Kultur“ über Essen und Kochen. Deshalb erhält die Zubereitung von Speisen einen zentralen Stellenwert. Dies geschieht über einfaches Zusammenstellen eines gemeinsamen Frühstücks bis hin zum gemeinsamen französisch – deutschen – multikulturellen Kochen. Den Kindern soll die Zubereitung eines Essens als ein Prozess gegenwärtig sein, an dem sie von Zeit zu Zeit direkt teilhaben können.

Eine weitere zentrale Achse soll der Austausch mit einem bilingualen Partnerkindergarten in Frankreich einnehmen. Möglichkeiten für Kommunikation über Distanz im Kindergartenalter bietet das Verschicken von selbstgemachten Zeichnungen, Fotos, Kassetten und Videos. Vielleicht ergeben sich im Einzelfall darüber hinaus persönliche familiäre Kontakte, die auch ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen.

 

 

4.2       Spezielle pädagogische Orientierung

                       Die Grundlage unseres Handelns ist das in Sachsen-Anhalt geltende Bildungsprogramm für Kindertageseinrichtungen

                         Bildung: elementar – Bildung von Anfang an,

                        in dem  u.a. auf die Rechte des Kindes lt. UN - Konvention vom 20.Nov.1989 verwiesen wird.

 

            Es uns sehr wichtig, jedes Kind in seiner Entwicklung so zu fördern, dass es sich zu einer  eigenverantwortlichen und  gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit entwickelt (KJHG SGB 8 §22).

 

Unsere Kinder und Familien sollen sich in unserer Kita wohl fühlen.

Wesentliche Ziele sind:

a.Erwerb von „Ich-Kompetenz“: das Wahrnehmen eigener Möglichkeiten und Interessen, die Auseinandersetzung mit der Umwelt und verantwortungsbewusstes Handeln.

b.Erwerb von „Wir – Kompetenz“: jedes Kind soll im Zusammenleben mit  anderen Kindern Verantwortung für sich und andere übernehmen, Wünsche und Meinungen anderer akzeptieren und Konflikte und Auseinandersetzungen bewältigen lernen.

c. Erwerb von „Sozialkompetenz“: das Erkennen der Bedürfnisse anderer          und deren Einbeziehung in das eigene Handeln, eigene Interessen in Konfliktsituationen vertreten.

d. Erwerb von „Sachkompetenz“: Handlungskompetenz gegenüber der                sachlichen Umwelt, Lernen durch eigene Erfahrungen.

e. Erwerb von „Lernkompetenz“:

-Jedes Kind soll „das Lernen – lernen“(Lob, Stolz)

-Jedes Kind soll „Spaß am Lernen haben“ (Motivation)

-Kinder sollen lernen wollen (Individuelle Themen)

f. Erwerb von Sprach- und Kommunikationsfähigkeit.

g.  Erwerb von Konzentrationsfähigkeit.

h.  Erwerb von Körpergefühl, Körperwahrnehmung, Sinneswahrnehmung, Feinmotorik

i. Erwerb künstlerischer Fähigkeiten.

 

5         Inhalte der pädagogischen Arbeit

 5.1       Eingewöhnung

 Eine gelungene Eingewöhnung ist geprägt vom Rahmen, der geschaffen wird.

 Mit der Aufnahme des Kindes in die KiTa erhalten die Eltern unsere Eingewöhnungskonzeption in schriftlicher Form.

 In unserer Kita wird viel Wert auf Individualität, Besonderheit und Eigenständigkeit gelegt.

 Die Eltern erleben in der Kita neben der Sorgfalt und dem Verständnis für ihr Kind ebenso Interesse, Einfühlungsvermögen, offene Ohren und Akzeptanz für die eigenen Befindlichkeiten, Sorgen, Situationen und Bedürfnisse durch die Erzieherinnen.

 Die Eingewöhnungsfortschritte werden für jedes Kind in einem Portfolio (Entwicklungsmappe) von der Erzieherin und den Eltern festgehalten. Dazu führen die Erzieherinnen ein Eingewöhnungstagesbuch.

 Wichtig erscheint uns auch, nach abgeschlossener Eingewöhnung, bei Bedarf eine Kurzinfo an die Eltern über das Tagesgeschehen zu geben, damit die Eltern auch über die Eingewöhnung hinaus ein gutes Gefühl und die Akzeptanz ihrer Familien spüren.

 

 5.2       Bildungsbereiche

 

-           Körper, Bewegung und Gesundheit

 -           Kommunikation, Sprache(n) und Schriftkultur

 -           (Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen

 -           Ästhetik und Kreativität

 -           Mathematische Grunderfahrungen

 -            Welterkundung und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen

 

 

5.3       Spiel – Haupttätigkeit des Kindes – Spielzeit ist Lernzeit!

 Spielen ist ein Bildungsangebot             …wenn Pädagoginnen aktiv mit Kindern spielen, sich mit ihren Ideen und ihrem Wissen lenkend ins Spiel der Kinder einbringen.

 Spielen ist Erkenntnis                   …wenn Kinder im Rollenspiel die Erwachsenenwelt  nachkonstruieren.

 Spielen fördert Gemeinschaft      …weil im Spiel Freundschaften zwischen den Kindern entstehen.

 Spielen ist soziales Training        …wenn gemeinsam im Spiel Regeln gefunden werden und sich Kinder zur Einhaltung verpflichten.

 Spielen ist Bewegungsförderung           …beim Rennen und Jagen, beim Toben und Klettern.

 Spielen ist Experiment                   …wenn Kinder bauend naturwissenschaftliche Gegebenheiten untersuchen.

 Spielen ist Mathematik                  …beim Brett-, Hüpf- oder Würfelspiel; beim Kaufmannladenspiel.

 Spielen ist Kreativitätsförderung …wenn Kinder im Spiel Raum, Zeit und Material weiter umdeuten.

 Spielen macht Mut                         …wenn Kinder sich was trauen.

 Spielen hilft                                     …spielerisch Lösungen für echte Lebensfragen zu finden.

  Eine spielförderliche Atmosphäre unterstützt in Kindern den Eindruck, dass es sich lohnt zu spielen. Damit werden Lernwirkungen erzielt, die für viele Erwachsene auf den ersten Blick kaum oder gar nicht zu erkennen sind und dennoch eine langfristige Entwicklungsförderung auslösen und verstärken. Fasst man diese Lernwirkungen zusammen, so betreffen sie zwei Bereiche:

 

            1. Das Spiel muss als Vorstufe und Nährboden für einen darauf aufbauenden Erwerb schulischer und beruflicher Fertigkeiten angesehen werden und ist gleichzeitig eine hervorragende Hilfe für

               diejenigen Kinder, die es in ihrem Lernverhalten schwerer haben als andere.

 

            2. Das Spiel ist von entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung aller Kinder!

 

            Insofern ist Spiel Bildung und ein wichtiger Baustein in unserer Einrichtung.

 

Zur Gewährleistung des Eckpunktes: „Spielzeug“ -  wird weitgehend auf fertiges sowie elektronisches Spielzeug verzichtet.

5.4       Übergänge

 Für die Eingewöhnung in der Krippe liegt ein Konzept vor.

  1. Der Übergang von der Sternengruppe zur Mondgruppe erfolgt  individuell, bedürfnisorientiert und altersunabhängig.
  2. Der Übergang von der Mondgruppe zur Wolkengruppe ist geprägt von der Gruppenstruktur und erfolgt in der Regel zum Schuljahresbeginn. Bedürfnisorientierte Übergänge werden durch das Erzieherteam gefördert und sind erwünscht.
  3. Der Übergang von der Wolkengruppe zur Sonnengruppe erfolgt in der Regel zum Schuljahresbeginn.

 

Sowohl im Krippen- als auch im Kindergartenbereich wird in offenen Gruppen gearbeitet. Das heißt, die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit, die anderen Gruppen zu erforschen. So unterstützten wir die kindliche Neugier und können Übergänge individueller gestalten.

 

5.5    Rechte der Kinder

 

            In einem Projekt haben wir gemeinsam mit den Kindern für sie wichtige,

            allgemeine Rechte herausgearbeitet. Diesen Rechten haben wir Symbole

            zugeordnet und sie in unserem Haus ausgehängt, um sie für alle sichtbar zu

            machen.

 

  1. Das Recht auf Gleichheit.
  2. Das Recht auf Frieden.
  3. Das Recht auf Bildung.
  4. DasRecht auf Familie.
  5. Das Recht auf ärztliche Versorgung.
  6. Das Recht auf Freizeit.
  7. Das Recht auf Spielen.
  8. Das Recht auf Chancengleichheit.
  9. Das Recht seine Meinung zu sagen.
  10. Das Recht „NEIN“ oder „STOP“ zu sagen.

 

 

 

 

Wir möchten ausdrücklich auf die UN-Kinderrechtskonvention hinweisen, an die wir selbstverständlich unsere Arbeit anlehnen.

 

5.6    Kinderschutz

 

„Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII (1)“

 

  1. Was ist Kindeswohlgefährdung?

 

Bei der Kindeswohlgefährdung geht es um die geistige, seelische und körperliche Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen, sei es durch Vernachlässigung oder durch das schädliche Verhalten der Sorgeberechtigten  oder Dritter gegenüber Minderjährigen.

           2.Aufgaben einer Kinderschutzfachkraft

 

Werden wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung, des Wohls eines Kindes bekannt, so hat eine Kinderschutzfachkaft die Aufgabe diese abzuschätzen und sich mit anderen Institutionen zusammen zu setzen (z.B. Leitung der Einrichtung, Jugendamt) und einen Hilfeplan für das entsprechende Kind zu erstellen.

          3.Kinderschutzfachkraft in unserer Einrichtung

 Auch in unserer Einrichtung gibt es eine Kinderschutzfachkraft, die bei Anhaltspunkten einer Kindeswohlgefährdung Maßnahmen einleiten würde.

 

 

6         Formen der Zusammenarbeit

 6.1       Die Elterninitiative im Kindergarten

 

Mit dem Eintritt der Kinder in den Bilingualen Kindergarten ist die Mitgliedschaft mindestens eines Elternteils im Verein AU CLAIR DE LA LUNE e.V. verbunden. Es wird erwartet, dass Eltern, die sich für den Bilingualen Kindergarten entscheiden, in besonderer Weise zum Konzept stehen. Französischkenntnisse sind dabei nicht Voraussetzung. Ein im Rahmen der alltäglichen Möglichkeiten liegendes Engagement der Eltern gegenüber ihren Kindern zur Förderung des Sprachenerwerbs sollte jedoch selbstverständlich sein.

Eine wesentliche Grundlage für das gute Funktionieren des Kindergartens liegt in engster Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder/ der Eltern mit dem Vereinsvorstand und dem Personal begründet. Der Verein AU CLAIR DE LA LUNE e.V. erwartet von den Eltern Initiative, Engagement, Anregung zu inhaltlichen Diskussionen und Unterstützung bei der Lösung von Problemen. Regelmäßige Vereinsversammlungen und gemeinsame Aktionen sollen die Plattform für einen intensiven Austausch bilden.

 

 6.2       Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

 

- Fête de la musique (21. Juni jeden Jahres – Tradition)

- Mulina  (einmal im Monat durch Eltern organisierte multikulturelle Angebote)

- musikalische Früherziehung (einmal wöchentlich)

- Schachzwerge (einmal wöchentlich)

- Tanzen (einmal wöchentlich)

- Vorschulunterricht mit einer Lehrerin aus der École aus Barleben (Kooperationsvertrag mit der Grundschule Pierre Trudeau)

- Besuche in der Dreisprachigen internationalen Grundschule (Kooperationsvertrag mit der Dreisprachigen internationalen Grundschule)

 

regelmäßgie Besuche in der Zooschule,Umweltschule, JugendKunstSchule, Puppentheater, Opernhaus, Museum, Kloster …

 

 

 

7       Öffentlichkeitsarbeit

      

Die Ansprechpartner der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen jegliche Veröffentlichungen:

Vorstand der Kita AU CLAIR DE LA LUNE

Homepage

Presse- und Medienarbeit

Flyer

Stand: Juni/Juli 2014


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